All posts by Ruth Lenz-Tichai

Blaue Stunde in der Kirche

Wortklang trifft Gitarrenklang

Gedichte begegnen Eigenkompositionen

Zu einer Lyriklesung mit musikalischer Umrahmung

laden herzlich ein:

Ruth Lenz-Tichai, Autorin, Fürth

Christian Kathrein, Musiker und Komponist, Fürth

Sonntag, 16. 10. 2022, 19 Uhr

Kirche Maria Magdalena,

Liesl-Kießling-Straße 65, 90763 Fürth

Eintritt frei

Spenden erbeten für die Orgel der

Maria Magdalena Kirche

Schreibabend

Ideen für ein gutes Leben hätte ich schon…
Ein Schreibabend für Frauen
Wer hat sie nicht, die Träume und Visionen für das eigene Leben? Endlich ein Musikinstrument lernen, sich beruflich verändern, einen Pilgerweg gehen?
Wer hat sie nicht, die Träume und Visionen für das gute, bessere Leben der Menschheit?
„I have a dream“, formulierte einst Martin Luther King in seiner bahnbrechenden Rede, in der sich für die Gleichstellung von Schwarz und Weiß einsetzte.

An diesem Abend wollen wir spielerische Zugänge zum Schreiben erproben und kurze Texte verfassen. Wir schreiben „frei weg von der Leber“, lassen uns von der Gruppe anregen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Abend ist für Anfängerinnen ebenso geeignet wie für Geübte: wir lassen uns von unseren Texten überraschen, die in respektvoller Atmosphäre entstehen.

Referentin: Ruth Lenz-Tichai, Autorin, Diplom-Psychologin
Moderation: Irene Stooß-Heinzel
Termin: Freitag, 20. Mai, 18-21 Uhr
Ort: Evangelisches Bildungswerk, Otto-Seeling-Promenade 7, 1. Stock
Teilnehmende: 6-12 Personen
Gebühr: 20 Euro
Anmeldung: bis Mittwoch, 18. Mai, im ebw unter ebw.fuerth@elkb.de

Lesung


Weibergeschichten

Wenn Frau über Frauen schreibt, (er)findet sie interessante Frauen jenseits der Schlagzeilen! Frauen passen sich an, befreien sich, gehen eigene Wege. Die Autorin bringt ernste und heitere Texte zu Gehör, auch die Poesie bekommt Raum – und nicht zu vergessen: wo Frauen sind, sind auch Männer!

Ort: Kulturladen Ziegelstein, Ziegelsteinstr. 104, 90411 Nürnberg

Zeit: Dienstag, 22.2.22, Beginn 15:30 (Dauer eine Stunde)

Voranmeldung erforderlich: Tel. 0911 525456

Schreibwerkstatt

Tanz mit dem Leben

Tanzen – alleine für sich, als Paar, Kreistanz – und der Tanz mit dem Leben soll uns an diesem Schreibabend zu Texten inspirieren. Alles was uns in Schwung (und Rhythmus) bringt, was uns begeistert, ist willkommen, genauso wie “sperrige” Erfahrungen mit dem Tanzen.
Bei diesem (biografischen) Schreibseminar werden wir spielerische Zugänge zum Schreiben erproben und kurze Texte verfassen. Wir schreiben für uns “frei weg von der Leber”, lassen uns von der Gruppe anregen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Abend ist für Anfängerinnen ebenso geeignet wie für Geübte: wir lassen uns von unseren Texten überraschen, die in respektvoller Atmosphäre entstehen.

Je nach der aktuellen Situation der Pandemie findet die Schreibwerkstatt in Präsenz oder digital per zoom statt. Entscheiden wir uns für zoom, informieren wir Sie nach der Anmeldung und senden Ihnen den Zugangslink.

beim ebw, fon 0911/ 74 57 43
Anmeldung bis 08.02.2022

Gebühr 20,00

den flug verfeinern

einzelne federn aufstellen

um den kurs zu halten

ausgerichtet

zwischen anfang und ziel

schleifen gar pirouetten drehen

sinkflug beginnen

endlich den blick

sanfter zu sich selbst wenden

die botschaft von falten entziffern

einen baum umrunden

in der rinde lesen

den stamm liebkosen

und zwischen den schrunden

die verbindung spüren

 alles pulsiert

oben und unten lösen sich auf

wurzeln werden eins mit

der krone

Wurzelgeflüster

Bin ich eine Närrin, dass ich die Wurzeln raunen höre? Wurzelgeflüster, das erlauscht werden kann, wenn die Stille nicht nur außen Raum greift.

Die Wurzeln der Bäume und der anderen Pflanzen wispern: „Aufwachen!“ Stimmt, der Frühling kommt, genau heute ist Frühlingsbeginn. Wie wissen die Wurzeln unten, dass oben die Sonne scheint? Interessiert sie die Tag- und Nachtgleiche oder eher Wärme, die allmählich in den Boden dringt und der Austausch?

Ja, Austausch. Kommunikation! Das Wurzelgeflüster mit denen der eigenen Ahnen und dem lautlosen Gewisper des kollektiven Erbes erfüllt mein ganzes Leben. Lange habe ich davon nichts bemerkt, aber in den zurückliegenden 50 Jahren durfte ich mehr und mehr davon ans Licht holen und die Krone meines Lebensbaums weiten. Anreichern mit dem, was ich aus dem Schatten hob.

Krone, das lateinische Wort ist Corona. Das neue Virus, Covid 19, trägt diesen Namen, versetzt uns in Angst und Schrecken. Wenn ich mir die Makroaufnahmen des Corona Virus vorstelle, bin ich beeindruckt von dessen Schönheit. Wie merkwürdig!

Könnte uns die Pandemie, die schon so vielen Menschen den Tod gebracht hat und gegen die noch mehr Menschen verzweifelt kämpfen, irgendetwas lehren?

Mich lehrt sie derzeit Demut – von wegen „Krone der Schöpfung“!

Demut nicht als mich klein machen, sondern als Gegenteil von Hochmut: Respekt vor dem Leben jedes einzelnen Menschen: die Kassiererin im Supermarkt, der Krankenpfleger, die Ärztinnen, die Politiker, die Müllmänner, die Lastwagenfahrer, die uns mit allem versorgen und in Italien die Särge in die Krematorien fahren müssen, die Polizisten, die sich vor Ort um unsere Sicherheit bemühen, die Wissenschaftler und die Hilfskräfte in den Laboren, die Zeitungsträgerinnen und alle Redakteure, die uns weiterhin in den Medien mit verlässlichen  Berichten versorgen, der Wohlstand unseres Landes, der auch zu einem gut ausgebauten Gesundheitssystem und zur Blüte der Kunst mit beigetragen hat. Dazu eine Verbeugung vor all den Menschen, die an ihren Leistungsgrenzen sind und denen, die sich bemühen, die Zuversicht aufrecht zu erhalten.

All das wird in die Wurzeln absinken, wird ins kollektive Erbe übergehen und auch meine Nachfahren, die Enkel und Urenkel mit Wurzelgeflüster versorgen.

Sorgen wir dafür, dass nicht nur der Schrecken weiter gegeben wird, sondern auch das Vertrauen!

die regisseurin

heut fährt sie wieder diese strecke
die bildschirmarbeit sitzt mit ihr am tisch
frei spricht sie in ihr handy, eine kecke
locke fällt ins gesicht ihr, sie lacht frisch.

sie plant den ablauf einer konferenz
die kurze mittagspause inbegriffen
bleibt sie ganz locker, ohne vehemenz
setzt sie den ton und hat begriffen

ihr auftritt spiegelt vielerlei facetten
ob hier im zugabteil, dort auf der bühne
sieht sie in andren auch nicht marionetten
zu klug ist sie dafür, und wirklich eine kühne

wenn sich das leben ihr zu füßen legt
ist sie es, die den kopf nach vorn bewegt